Der Steigerwald ist eine Symbiose von Mensch und Natur, ein Gleichgewicht von Nützen des Holzes und dem Schutz der Natur.
Die Menschen im Steigerwald leben mit ihrem Wald. Der Rohstoff Holz spielt dabei eine bedeutsame Rolle. Sehr viele Arbeitsplätze im Steigerwald hängen davon ab. Förster, Waldarbeiter, Holzrücker finden ihren Arbeitsplatz im Wald. Sägewerke, und Holz verarbeitende Betriebe bieten, in einer ansonsten strukturschwachen Region, eine Fülle von Arbeitsplätzen.
Der Forstbetrieb Ebrach hat bei einer nachhaltigen Waldpolitik einen jährlichen Holzeinschlag von 98.000 m³. 95% davon werden in den vielen Sägewerken der Region verarbeitet. Aufgrund steigender Nachfrage, wird dort schon jetzt die Holzzulieferung knapp. Eichen müssen bereits aus Frankreich her transportiert werden.
Wenn der Wald des Forstbetriebs Ebrach zur Hälfte nicht mehr genutzt werden sollte, würde sich die Situation der Betriebe dramatisch verschlechtern. Auch die vielen Bürger, die auf klimafreundliche Holzheizungen umstellt haben, könnten nicht mehr mit Brennholz versorgt werden. Heimische Holzverarbeitungsbetriebe und Haushalte brauchen das Holz des Steigerwaldes.
Frankens älteste und waldreichste Kulturlandschaft hat ihren Bewohnen und den zahlreichen Gästen, sehr viel zu bieten. Neben einer intakten Natur finden die Besucher in den Dörfern und Städten auch viele kulturelle Sehenswürdigkeiten. Eines gibt es im Steigerwald nicht: Massentourismus. Hier ist die Welt noch in Ordnung.
Die Befürworter erwarten mit dem Prädikat „Nationalpark“ einen steigenden, auch internationalen Tourismus, durch den mit erheblichen staatlichen Zuwendungen neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen.
Tatsache ist, dass der Steigerwald keine Tourismusregion für Sommer und Winter ist. Eine im Jahreslauf gleichbleibend hohe Gästezahl und Auslastung der Betriebe wäre nicht zu erwarten. Nur wenn herausragende Attraktionen geschaffen würden, stiegen auch die Übernachtungszahlen, wie Beispiele aus den anderen Parks zeigen.
Während im Bayerischen Wald trotz erheblicher öffentlicher Zuschüsse die Übernachtungszahlen nach unten gehen, ist im Steigerwald ein stetiger Zuwachs zu verzeichnen.
Mit zusätzlichen touristischen Einrichtungen könnte die positive Entwicklung auch im Steigerwald als Naturpark weiter verbessert werden.

Oskar Ebert, Bürgermeister