Unser Steigerwald e.V. zur Hitzewelle: Die wichtige Rolle des Waldes im Kampf gegen den Klimawandel

Rauhenebrach, 26. Juni 2026 – Was früher Ausnahme war, droht zur Regel zu werden: Hitzewellen von extremer Länge und Intensität, wie sie derzeit vorherrschen. Ursache ist der Klimawandel, der Haupttreiber sind Treibhausgase aus fossilen Quellen sowie CO2 und Methan aus verrottender Biomasse, wie zum Beispiel abgestorbene Waldbäume. Die Emissionen dieser Klimakiller müssen sinken. Die Frage ist, wie.

„Der Wald als natürlicher CO₂-Speicher ist dabei von entscheidender Bedeutung“, so Oskar Ebert, stellvertretender Vorsitzender von Unser Steigerwald e.V. Doch nicht jeder Wald speichert gleich viel. Nachhaltig gepflegte Wälder binden mehr CO2 als unbewirtschaftete, überalterte Wälder. Das bestätigen auch Forscher am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Wenn, wie im Steigerwald, einzelne Bäume genutztwerden, wachsen über den Weg der natürlichen Verjüngung und durch Pflanzungklima-fitter Baumartenwieder genügend Bäume nach.

Auch wird die CO2-Bindung in genutzten Wäldern fortgesetzt durch den CO2-Produkt-Speicher, das heißt, Holz, das im Hausbau oder in langlebigen Produkten verbaut wird, bindet CO₂ über Jahrzehnte und Jahrhunderte – es wird der Atmosphäre langfristig entzogen. „Nur bei Weiterverwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz bleibt das CO₂ im Produkt gebunden und ersetzt beispielsweise Stahl oder Beton, beides sehr energieintensive Materialien“, so Ebert. Dies bestätigen auch die Arbeiten von Prof. Hans Joachim Schellnhuber, einer der weltweit renommiertesten Klimaforscher, der auch intensiv für den Holzbau wirbt. Bei großflächiger Waldstilllegung, wie sie Nationalparks vorsehen, funktioniert dieses System nicht: Jeder einzelne der Millionen Bäume muss verrotten, über 80.000 t CO₂ würden künftig jährlich ungenutzt entweichen – und auch das weitaus klimaschädlichere Methan.

„Es nützt nichts, die Diskussion zuzuspitzen: Schutz auf der einen, Nutzung auf der anderen Seite“, sagt Ebert. „In Zeiten des Klimawandels muss beides zusammen gedacht werden.“ Genau das leistet das Trittsteinkonzept, das im Steigerwald seit vielen Jahren umgesetzt wird. Es nimmt gezielt kleine Teilflächen aus der Nutzung und vernetzt diese über Tausende an Biotopbäumen in den bewirtschafteten Waldflächen – Holznutzung und Artenschutz gehen Hand in Hand. Europaweit wissenschaftlich anerkannt, wurde das Ebracher Trittsteinkonzept von den Vereinten Nationen als TOP-10-Projekt für ökologische Qualität ausgezeichnet. „Das Trittsteinkonzept zeigt, dass Naturschutz und Nutzung kein Widerspruch sind“, so Ebert. „Wir schützen Steigerwald, Holz und Klima – ein Nationalpark kann das nicht“.

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Unser Steigerwald e.V. wurde 2008 gegründet und zählt über 3.600 Privatmitglieder sowie rund 59 Gemeinden, Verbände und Organisationen. Der Verein ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als anerkannte Umweltvereinigung eingetragen.

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Verein Unser Steigerwald e.V.

www.unser-steigerwald.de

Oskar Ebert, stellvertretender Vorsitzender, info@unser-steigerwald.de, Telefon 09554-1202

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