Der Staatswald wird in Bayern seit langem nach dem Leitbild einer naturnahen Forstwirtschaft bewirtschaftet. Erklärtes Ziel sind dabei standortgemäße, naturnahe, stabile und leistungsfähige Mischwälder. Diese Wälder besitzen in der Regel einen hohen Strukturreichtum, sind anpassungsfähig gegenüber Umweltveränderung, zeigen ein hohes Regenerationspotenzial und dienen einer Vielzahl heimischer Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Waldflächen, auf denen keine Nutzung stattfindet (z. B. Naturwaldreservate) sind wichtiger Bestandteil im Gesamtkonzept einer naturnahen Waldbewirtschaftung.
Mit der Gründung der Bayerischen Staatsforsten zum 1. Juli 2005 hat der Gesetzgeber die vorbildliche naturnahe Bewirtschaftung der staatlichen Wälder als umfassenden gesetzlichen Auftrag festgeschrieben. Die damit verbundene ökologische Verpflichtung und Verantwortung der Bayerischen Staatsforsten ist sowohl im Waldgesetz für Bayern (Art. 18 BayWaldG) als auch im Staatsforstengesetz (Art. 1 und 3 StFoG) verankert.
Der Gesetzesauftrag umfasst die Sicherung und Verbesserung der Leistungen für Schutz- und Erholungsfunktion, für Naturschutz, Landespflege, biologische Vielfalt und andere Gemeinwohlleistungen. Er umfasst auch die Steigerung der Holzerzeugung und die Verwertung der Walderzeugnisse nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Es war und ist erklärter Wille des Gesetzgebers, keine einseitige Ausrichtung auf Gewinnmaximierung einerseits, aber auch keine einseitige Vorrangstellung ausschließlich von Schutz- oder Erholungsfunktionen anzustreben. Das Ziel ist, im Sinn einer umfassenden Nachhaltigkeit die Optimierung des Gesamtnutzens aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu erreichen.
Bei dieser Auftragsstellung ist dem Staatsforstbetrieb sehr wohl die Möglichkeit in die Hand gegeben, mit den Mitteln einer naturnahen Waldbewirtschaftung den Belangen des Naturschutzes Rechnung zu tragen.
Gerhard Eck, MdL und Bürgermeister

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