buchenverkaufVolker Conrad, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Main Steigerwald, markiert bei Sailershausen Stämme für die Submission.

Wirtschaftskrise erreicht auch den Holzmarkt – Eiche noch am gefragtesten
Die Wirtschaftskrise hat auch auf den Holzmarkt durchgeschlagen. Mit „schlechte Marktlage“ apostrophiert Volker Conrad, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Main Steigerwald (FBG), die aktuelle Situation. Vor der Submission 2009 liegen nur 1100 Festmeter Werthölzer aus dem östlichen Unterfranken auf den Holzlagerplätzen. Ein Jahr zuvor waren es noch 2800 Festmeter.

„Wir haben die kommunalen und privaten Waldbesitzer zu bedächtigem Holzeinschlag aufgerufen“, so Conrad. Er meint damit neben seiner eigenen FBG auch die Gemeinschaften aus den Haßbergen, Schweinfurt und Rimpar. Wenn Bäume gefällt werden, dann nur solche mit guter Qualität. Das zeigt sich beim Rundgang über den Lagerplatz Sailershausen, wo sich von der Eiche bis zur Douglasie ein Prachtexemplar an das andere reiht.

„Wir gehen ein Risiko bei unserer Strategie ein, die Sahnestückchen einzuschlagen und dann vielleicht nichts dafür zu bekommen“, gesteht Conrad. Festgelegt haben die Strategie „Top-Qualität bei geringer Menge“ neben Volker Conrad auch Johannes Neubauer, Geschäftsführer der Forstlichen Vereinigung Unterfranken (FVU)), der Forstliche Berater der FVU, Bernd Zürner, Birgitt Ulrich (FBG Haßberge) und Heinz Wittstadt (Rimpar). Sie haben im Vorfeld der Submission versucht, ihre Ohren am Markt offenzuhalten.

Die Eiche führt die Holzarten beim Angebot auf den Lagerplätzen in Sailershausen, Ebern und Erbshausen mit 800 Festmetern mit großem Abstand an. Hier hoffen die Forstbetriebsgemeinschaften bei der Submission auf das Erscheinen der Franzosen, die in den vergangenen Jahren die Preise nach oben getrieben haben. In Frankreich wird die deutsche Eiche zur Herstellung von Fassdauben benötigt. „Zwei der französischen Aufkäufer haben bereits ihr Kommen zugesagt“, freut sich Conrad.

Preiseinbruch befürchtet

Dennoch befürchtet der Geschäftsführer auch bei der Eiche einen Preiseinbruch von bis zu 15 Prozent. Im Vorjahr gab es für diese Holzart aus dem Gemeinsamen Bürgerwald Gerolzhofen-Dingolshausen noch durchschnittlich 580 Euro für den Festmeter, auf Ebene aller vier Forstbetriebsgemeinschaften sogar bedeutend weniger. Schon hier waren die Preise um bis zu 27 Prozent zurückgegangen.

In weitem Abstand folgt beim heuer aufgelegten Holz die Buche mit 130 Festmetern. „Bei der Buche ist überhaupt nicht absehbar, wie sich der Preis entwickelt“, so Conrad. Hier und mehr noch bei den Edellaubhölzern Kirsche, Ahorn und Elsbeere liegen nur sehr geringe Mengen bei der Submission aus. Gerade die genannten Edellaubhölzer waren als Furnierhölzer für den Möbelbau vor Jahren noch die Renner. „Von Käuferseite kam schon das Signal, dass kaum Bedarf besteht“, sagt der Forstmann. Einziger Hoffnungsträger bei den Buntlaubhölzern ist die Esche (22 Festmeter).

Bei den Nadelwerthölzern (88 Festmeter), wie Kiefer, Lärche und Douglasie, peilen die Forstbetriebsgemeinschaften die Preise des Vorjahres an.

Vom Ergebnis der Sailershäuser Submission hängt es ab, ob im Februar oder März eine zweite derartige Veranstaltung kommt. Für diesmal ist Gebotseröffnung am 15. Dezember; die Angebotsunterlagen sind den Interessenten am 20. November zugegangen. In der Zwischenzeit können sie sich die Ware in Ruhe ansehen.

Das Gros aus dem Bürgerwald

Mit 290 Festmetern Wertholz ist die Forstbetriebsgemeinschaft Main-Steigerwald gut zu einem Viertel unter den vier FBG beteiligt. Das Gros der Stämme kommt mit 100 Festmetern aus dem Gerolzhöfer und Dingolshäuser Bürgerwald. 77 Festmeter steuert der im Privatbesitz befindliche Blauwald aus dem Steigerwaldvorland bei, 38 Festmeter der Grettstadter Gemeindewald, 26 der Sulzheimer, 16 der Oberschwarzacher und 14 der Gerolzhöfer Stadtwald. Die FBG Main-Steigerwald vertritt übrigens zwölf Gemeinden aus dem Steigerwaldvorland von Schwanfeld bis Michelau und zwölf Waldkörperschaften.

Volker Conrad schließlich: Unter dem diesjährigen Holzangebot befindet sich auch eine so genannte Kontaktmenge. Das ist eine kleine Menge, die gehandelt wird, um überhaupt mit Käufern in Verbindung zu bleiben. „Ein Jahr kein Geschäft und schon ist man in Vergessenheit geraten“, begründet Conrad die Auflage dieser besonderen „Holzart“.

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