Es ist schon sehr merkwürdig, was s.g. Naturschützer im Steigerwald so alles veranstalten, um die Menschen vom (Un-)Sinn eines Nationalparks im Steigerwald zu überzeugen.

Er wirbt landesweit und regelmäßig über Jahre hinweg für geführte Exkursionen in ein Naturschutzgebiet. Das Mitglied, das diese Exkursionen leitet, wird vom Bund Naturschutz, durch den „Nationalpark-Propaganda-Beauftragten“ Herrn Dr. Straußberger, geehrt. Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung, das Mitglied erhalte die Ehrung „für seinen herausragenden Einsatz für einen Nationalpark im Steigerwald“. Natürlich hat das die Presse vollumfänglich und in weiten Kreisen verbreitet. Mit keinem Wort wurde hinterfragt, was der Bund Naturschutz damit faktisch bewirkt und welche Qualität das Ziel des BN hat.

Seit Jahren kommen einmal im Monat 20 bis 30 Personen mit ihren PKW`s in das kleine Naturschutzgebiet „Spitalgrund“, unmittelbar am Ortstrand von Prüßberg gefahren. Dort erfahren sie dann, wie vielfältig und wertvoll die Pflanzen in der Wiesenlandschaft der schmalen Volkach-Aue sind. Natürlich wollen die Besucher diese seltenen Pflänzchen auch sehen und fotografieren. Diese sind meist kleine unauffällige Erscheinungen. Selbst Kenner können sie kaum entdecken, schon gar nicht, wenn sie nicht blühen. Und leider wachsen diese Besonderheiten nicht schön aufgereiht und fotogen am Wegesrand. Bestimmte Pflänzchen sind ausschließlich am Bachrand zu finden und der ist im gesamten Naturschutzgebiet nicht vom einzigen vorhandenen Weg aus zu erreichen.

Führung des BN im Spitalgrund

Lieber Leser, es braucht eigentlich keine Fotos die beweisen, was im Naturschutzgebiet Spitalgrund immer häufiger passiert: Selbsternannte Naturschützer sind nicht weniger neugierig wie jeder andere. Es werden ständig mehr Leute, die auch von weit her anreisen, die das Wegegebot im Naturschutzgebiet nicht beachten und mit Foto, Hund und Kind und Kegel durch die Wiesen trampeln. Wie viele der Pflänzchen die man vorgeblich schützen will, dadurch zerstört werden, kann ich nur vermuten. Ein Biber der am Bach unterwegs war, ist jedenfalls wieder verschwunden.

Auch die Philosophie „Natur Natur sein lassen“, die der Bund Naturschutz verbreitet, wird durch die tatsächlichen Verhältnisse im Spitalgrund ad absurdum geführt. Der Spitalgrund, genauso wie das Naturwaldreservat Klein Engelein und viele andere natürlichen Kleinodien im Steigerwald, wären ohne menschliche Einflüsse nicht existent. Der Spitalgrund würde innerhalb weniger Jahre von einer artenreichen Wiesenaue zu einem artenärmeren Wald.

Resümee: Verantwortliche des Bund Naturschutz gehen aus Propagandagründen rücksichtslos mit dem um, was sie vorgeben schützen zu wollen. Sie fordern radikale Schutzvorschriften für den ganzen Steigerwald und achten selbst nicht die Schutzziele für bereits vorhandene Schutzgebiete. Sie verbreiten eine Philosophie, die im Steigerwald überall widerlegt ist. „Natur Natur sein lassen“ und demnach den Wald nicht zu nutzen, ist keine Lösung für unsere Umweltprobleme. „Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur“ und deswegen müssen wir als Menschen die Natur nutzen und uns mit allen Mitteln darum bemühen, ihre Funktionen optimal zu erhalten. Wir wissen alle, dass wir unsere Existenz gefährden, wenn wir das nicht lernen. Es gilt die Auswirkungen unserer Eingriffe auf die Prozesse der Ökosysteme zu studieren und die Methoden zu optimieren. Aktives menschliches Handeln ist erforderlich und nicht die Stilllegung wertvollster Ressourcen, die wir dringendst brauchen, um den zu schnellen Klimawandel zu bremsen.

Siegfried Ständecke

Wohn- und Umweltberater, Umweltsachbearbeiter

1. Bürgermeister, Michelau i. Steigerwald

wilder Wald außerhalb Schutzgebiet