Tag des Waldes

Der 21. März jeden Jahres ist traditionell der „Tag des Waldes“, den die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) bereits in den 1970er Jahren als Reaktion auf die globale Waldvernichtung ins Leben gerufen hat.
Dazu hatte der Forstbetrieb Ebrach in diesem Jahr einen Aktionstag geplant, der leider aufgrund der derzeitigen Krise nicht durchgeführt werden konnte.

Passend zum Zum „Tag des Waldes“ fordert die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“(*) in einer Pressemittelung die Nutzung heimischer Wälder als Schutz vor internationaler Waldvernichtung.

Steigerwaldholz setzt Zeichen gegen weltweite Kahlschläge

Ebrach/Reupelsdorf, 19. März 2020 – Zum Tag des Waldes am 21. März 2020 betont die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“, wie wichtig es ist, Holz aus den Wäldern des Steigerwaldes zu nutzen. In Deutschland werden Wälder nach extrem strengen Vorgaben schonend bewirtschaftet, während Holz aus anderen Ländern häufig aus Kahlschlag und Raubbau stammt. „Da in Deutschland jährlich mehr Holz verbraucht wird, als aus den eigenen Wäldern gedeckt werden kann, sind wir auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Weitere Waldstillegungen im Forstbetrieb Ebrach, der ohnehin schon sehr nachhaltig arbeitet, würden den Raubbau in anderen Ländern also noch stärker vorantreiben“, so Burkard Müller, Inhaber des Sägewerk Müller in Reupelsdorf und Sprecher der Interessengemeinschaft. Müller fordert deshalb die Bayerischen Staatsforsten auf, die Waldbewirtschaftung im Ebracher Forst endlich wieder aufzunehmen.
Gegen Stilllegungen spreche zudem, dass der bewirtschaftete Wald der größte Klimaschützer sei: Ein Kubikmeter Holz speichert eine Tonne Kohlenstoffdioxid. Dabei entziehen die Wälder in zweifacher Weise der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid: Ältere Waldbereiche im Forstbetrieb Ebrach dienen als Kohlenstoffspeicher, jüngere als Kohlenstoffsenker. Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner: „Infolge der zurückhaltenden Holzernte seit Gründung der Bayerischen Staatsforsten haben wir im Staatswald des Steigerwaldes die Kohlenstoffvorräte deutlich angehoben. Der Holzvorrat ist von 325 auf 380 Kubikmeter angewachsen. Dadurch wurden im Vergleich zu früher in den Wäldern des Forstbetriebs Ebrach über 800.000 Tonnen Kohlenstoff zusätzlich gespeichert.“ Wird, wie im Steigerwald, nachhaltig und unter Beachtung des Naturschutzes Holz aus den Wäldern genutzt und verarbeitet, verlängern die erzeugten langlebigen Holzprodukte die Kohlenstoffspeicherung des Waldes. Werden Öl, Stahl, Aluminium und Beton durch Holz ersetzt, trägt das zur Erreichung der Klimaziele bei.
„In Zeiten des Klimaschutzes muss das Holz auch heimatnah verarbeitet und energieintensive Holztransporte möglichst vermieden werden“, fordert Peter Gleitsmann, Inhaber der Holzwerke Gleitsmann in Wipfeld und Unterspießheim, ebenfalls Mitglied in der Interessenvereinigung. Die über 60 Sägewerke in der Steigerwaldregion stehen für das „Holz der kurzen Wege“, wenn sie weiterhin Holz aus den heimischen Wäldern beziehen können. Das unterstützt auch Mergner: „Das Holz der kurzen Wege schützt die Umwelt. Beim Laubholz beliefern wir vorrangig die Nachfrage im Steigerwald, so dass über 90 Prozent der

Dr. Liebhard Löffler, Vorsitzender des Verein Nationalpark Steigerwald hatte in einem Artikel der Mainpost einige dieser Aussagen infrage gestellt und sich auf sog. „Waldexperten“ berufen.
Das Fazit des Vereins Nationalpark Steigerwald lautet deshalb, weiter „ konsequent das Ziel zu verfolgen, im Staatswald des Steigerwalds ein Großschutzgebiet als Unesco-Weltnaturerbe zu erreichen“.

Das Fazit des Vereins Nationalpark Steigerwald lautet deshalb, weiter konsequent das Ziel zu verfolgen, im Staatswald des Steigerwalds ein Großschutzgebiet als Unesco-Weltnaturerbe zu erreichen.(mim)

Dazu äußert sich die Interessengemeinschaft „Holzverarbeitung im Steigerwald
„Speicherwald-Konzept des Nationalparkvereins ist eine tickende Zeitbombe für den Steigerwald“
Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“ widerlegt Aussagen des Vereins Nationalpark Steigerwald

Ebrach/Reupelsdorf, 31. März 2020 – Zum Thema „Was ist besser fürs Klima – ein naturnah bewirtschafteter Wald oder ein Nationalpark?“ geht die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“ in die Offensive zu den Aussagen von Liebhard Löffler, Vorsitzender des Verein Nationalpark Steigerwald. Dass eine Nutzung von Holz aus dem Steigerwald eine Gefahr für das Klima sei, sei schlichtweg falsch, so Burkard Müller, Sprecher der Interessengemeinschaft: „Naturnah bewirtschaftete Wälder liegen in der Klimabilanz weit vor Waldgebieten, die stillgelegt werden. Wenn junge Bäume nachwachsen, wird viel CO₂ gespeichert.“ Stillgelegte Wälder würden zwar zunächst auch Kohlendioxid speichern. „Je älter die Bäume jedoch werden, desto weniger CO₂ nehmen sie auf. Totholz schützt das Klima deshalb keineswegs, wie Löffler behauptet, sondern gibt in der Zerfallsphase sogar wieder CO ab“, betont Müller.

Unterstützung erhält die Interessengemeinschaft „ Holzverarbeiter im Steigerwald“ von Prof. Roland Irslinger, der 35 Jahre lang die Professur „Waldökologie“ an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg innehatte: „Das Speicherwald-Konzept, bei dem unsere Wälder dichter und älter werden sollen, um darin mehr CO₂ zu speichern, ist eine tickende Zeitbombe für Wald und Klima.“ Die Holznutzung und Waldzerstörung würde dadurch zum einen einfach nach Osteuropa exportiert. Zum anderen weist er darauf hin, dass die in einem Wald speicherbare Menge an CO₂ begrenzt sei. „Soll der Wald den Kohlenstoffgehalt der Atmosphäre dauerhaft senken, muss er durch Waldpflege in einer ständigen Phase kräftigen Wachstums gehalten werden. Das dabei geerntete Holz wird stofflich und energetisch bestens genutzt.“

Dass Produkte aus Holz, wie Bücher oder Möbel, keine idealen CO₂-Speicher seien, „weil sie oft nach wenigen Nutzungsjahren verfeuert würden“, wie Löffler behauptet, sei völlig unrealistisch. „Niemand verfeuert seine Massivholzmöbel nach kurzer Zeit“, so Müller. Im Gegenteil: Wird Holz zu Möbeln, Fassaden oder Dachstühlen verarbeitet, wird CO₂ über Jahrzehnte gebunden und ersetzt andere energieintensive Produkte wie Öl, Kohle, Stahl oder Beton. Damit reduziert sich der CO₂-Ausstoß langfristig noch stärker. Selbst der von Löffler zitierte Waldexperte Laszlo Maraz sieht die Klimaschutzbilanz der Holznutzung positiv, wie er in der Zeitung „Die Zeit“ sagt: Nämlich dann, „wenn es Stahl oder Beton ersetzt oder eben in „Kaskaden“ genutzt wird, also mehrfach und so lange wie möglich, zum Beispiel erst als Brett, dann als Rohstoff für Dämmstoffe oder Papier und erst ganz am Schluss als Energiequelle.“

Auch eine Rückfrage bei Ulrich Mergner, dem Leiter des Forstbetriebs Ebrach der Bayerischen Staatsforsten, widerlegt eine Behauptung Löfflers: Mergner: „Löfflers Aussage, der Wald im Steigerwald unterliege einem immer höheren Nutzungsdruck, ist nachweislich falsch. Wie die Inventuren des Forstbetriebs Ebrach belegen, gibt es in den Staatswäldern im Steigerwald deutlich mehr Holz als vor 20 Jahren. Offensichtlich hat der Nutzungsdruck nicht zu-, sondern abgenommen.“

Die Interessengemeinschaft „Holzverarbeiter im Steigerwald“ ist eine eigenständige Institution innerhalb des Vereins „Unser Steigerwald“. Ihr Sprecher ist Burkard Müller, weitere aktive Mitglieder sind Susanne Bickel, Peter Gleitsmann, Stefan Reinlein, Philipp Reitz und Markus Schonath.