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(rw) Rund 30 Bürgermeister, Landräte, Mitarbeiter der lokalen Arbeitsgruppen (LAG) der Landkreise und Forstleute aus dem gesamten Bereich des Steigerwaldes trafen sich zum zweiten Regionalworkshop mit dem Leiter des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, Ministerialdirektor Martin Neumeyer in Abtswind.

Ihr gemeinsames Ziel: Mit dem Zentrum Nachhaltigkeit Wald in der Region Steigerwald soll ein Zukunftsprojekt auf den Weg gebracht werden. Der Wahlspruch lautet „Wälder für Menschen“ und ist abgeleitet von dem von der UNO für 2011 ausgerufenen Jahr des Waldes, erklärte Neumeyer. Es solle ein Prozess für eine Region mit Modellcharakter in Gang kommen, der weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus für Nachhaltigkeit steht, an dem die Menschen aus den drei beteiligten Regierungsbezirken Mittel-, Ober-, und Unterfranken beteiligt sind und von dem sie gleichermaßen profitieren sollen.

Die touristische Wertschöpfung der Region Steigerwald sei ausbaufähig und noch lange nicht ausgeschöpft. Der Steigerwald als Freizeitregion sei durch seine zentrale Lage für Millionen von Menschen gut erreichbar.

Neumeyer zeigte sich im Pressegespräch positiv überrascht über die zahlreichen Ideen, die in den beteiligten Regierungsbezirken und Kommunen inzwischen entwickelt wurden. Sie sollen in der kommenden Woche dem bayerischen Kabinett als Entscheidungsgrundlage für die Bewilligung einer Anschubfinanzierung dienen. Drei Millionen Euro will die Staatsregierung dafür bereitstellen (wir berichteten).

Hintergrund für diese Entscheidung dürfte auch die Absicht sein, den Streit darüber zu entschärfen, ob der Steigerwald ein Nationalpark werden, oder nach dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung ein Naturpark bleiben soll. Nicht zuletzt der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer war jüngst zu der Erkenntnis gelangt, dass sich ein Nationalpark gegen den Willen der Bevölkerung nicht durchsetzen lassen wird.

„Wir müssen alle an einem Strang ziehen, das Potenzial der Region nutzen und daraus schöpfen“ waren sich denn auch Bürgermeister Oskar Ebert (Rauhenebrach), stellvertretender Vorsitzender vom Verein „Unser Steigerwald“, die Bürgermeister Siegfried Ständecke (Michelau), Claus Seifert (Scheinfeld) und Klaus Meier (Neustadt Aisch), mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Hans Herold (Stimmkreis Neustadt Aisch/ Bad Windsheim/ Fürth-Land) einig.

In der Vergangenheit sei viel Porzellan zerschlagen worden, bedauerte Bürgermeister Meier. „Wir können nur erfolgreich sein, wenn alle eingebunden sind“, so Abgeordneter Herold.

Das gemeinsame Ziel ist es nun, ein Netzwerk zu knüpfen, das die Stärken und Besonderheiten der einzelnen Regionen miteinander verknüpft wie beispielsweise die seit Jahrhunderten gepflegte, nachhaltige Nutzung des Waldes im Steigerwald, die nachhaltige Teichwirtschaft im Aischgrund oder den nachhaltigen Weinbau im Landkreis Kitzingen, aber auch die kulturellen und bereits vorhandenen touristischen Angebote. „Wir müssen Vorhandenes bekannt machen“, sagte Ebert und, „wir leben bereits nachhaltiger als viele andere“ ergänzte Bürgermeister Ständecke.

Für die angestrebte überregionale Vernetzung sollen LEADER Fördermittel der Europäischen Union ausgeschöpft werden, von denen laut Neumeyer bis zum Jahr 2013 „noch Millionen zur Verfügung stehen“. Rechne man private Investitionen und Beiträge von Stiftungen dazu, sei eine Investitionssumme von 30 Millionen durchaus vorstellbar, zeigte sich Scheinfelds Bürgermeister Seifert überzeugt. Am Ende des Prozesses soll dann auch ein zentrales Informationszentrum stehen, dessen Standort noch offen ist, aber sicher noch für manche Diskussion unter allen Beteiligten gut sein wird.

Bericht aus der MAIN-POST vom 5. Mai 2011

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