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Eine Busfahrt ins Ammergebirge, genauer gesagt ins schwäbische Schwangau unternahm der Verein „Unser Steigerwald“. Zweiter Vorsitzender, Bürgermeister Oskar Ebert, begrüßte dazu 58 Teilnehmer, darunter der Bürgermeister Michelaus, Siegfried Ständecke. Sinn und Zweck der Fahrt war es, die Gemeinde Schwangau, in der ähnlich, wie im Steigerwald ein Nationalpark ausgewiesen werden soll, zu unterstützen, damit dies nicht geschieht.

Ebert informierte die Teilnehmer, dass mittlerweile Bestrebungen des Bund Naturschutzes (BN) und der Grünen im Gange seien, überall in Deutschland weitere Nationalparks zu schaffen. Um dies zu verhindern, habe man ein Netzwerk geschaffen, das sich über die gesamte Bundesrepublik erstrecke. Man dürfe es nicht zulassen, dass der wertvolle Nutzwald in einen Urwald umgewandelt werde.

Laut Ständecke, Schriftführer des Vereins, habe Schwangau eine Gesamtfläche von 7600 Hektar, von der 2866 Hektar reine Waldfläche seien. 81 Prozent der Gesamtfläche stünden unter Landschafts- oder Naturschutz. In der näheren Umgebung von Schwangau befinden sich drei bekannte Voralpenseen – der Forggensee, der Alpsee und der Schwansee – und ein insgesamt 120 Kilometer langes Spazier- und Wanderwegenetz. Das Ammergebirge sei Bayerns größtes Jagdreservat.

Von der Fläche her, sei das Ammergebirge größer als der Steigerwald, habe jedoch das gleiche Problem mit der vom Bund Naturschutz beabsichtigten Schaffung eines Nationalparks. Inzwischen habe man auch im Ammergebirge schon Vorbereitungen zur Gründung eines Fördervereins gegen die Befürworter eines Nationalparks getroffen: Auch dort wolle man auf keinen Fall einen Nationalpark, weil es dadurch viele Nachteile und Schäden für die gesamte Region geben würde. Die Bevölkerung habe aber auch noch andere Bedenken: So befürchte man, dass bei der Schaffung eines Nationalparks auch wilde Raubtiere, wie Bären oder Wölfe, in das Gebirge eindringen und Menschen gefährden.

Ein Nationalpark würde für die Region auch keinen wirtschaftlichen Aufschwung bringen und sei schon gar kein Jobmotor im Tourismusbereich, wie dies von den Befürwortern eines Nationalparks immer wieder behauptet werde. Diese planten, eine Gesamtfläche von 23 000 Hektar Wald aus der Nutzung herauszunehmen und als Nationalpark auszuweisen, während es im Steigerwald 17 000 Hektar Fläche sind.

Artenvielfalt schon komplett

Nach einer Begrüßung durch Schwangaus Bürgermeister Reinhold Sontheimer sprach Abteilungsleiter Forstamt Martin Kainz zum Thema Nationalpark. Man kämpfe auch hier im Ammergebirge gegen einen Nationalpark führte Kainz aus. Durch die gute Unterstützung des Vereins „Unser Steigerwald“ werde man ermuntert, gegen dieses Projekt zu demonstrieren.

Danach gab die Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Füssen, Christa Rodenkirchen, weitere Ausführungen zum geplanten Nationalpark im Ammergebirge. Sie vertrete vor allem die kleineren Waldbesitzer, die den Wald, so wie er jetzt ist, mühsam über Generationen hinweg erhalten hätten. Die Kleinwaldbesitzer hätten auch dafür gesorgt, dass der Borkenkäfer in der Region nicht überhand genommen habe, sagte sie. Die Erhaltung der Artenvielfalt, so wie es die Grünen und der (BN) wollten, sei viel zu einseitig, weil man die wirtschaftliche und soziale Komponente bei der Ausweisung eines Nationalparks völlig außer Acht lasse. Die Artenvielfalt sei im Ammerngebirge bereits komplett.

Bürgermeister Berchtold dankte den Gästen aus dem Steigerwald für ihre Mithilfe, einen Verein gegen den Nationalpark zu gründen. Der Vorsitzende der Waldkörperschaft Schwangau, Klaus Mielich, stellte klar, dass es ein großes Problem sei, die Bevölkerung gegen einen Nationalpark zu mobilisieren. Die Bürger müssten auch über die damit verbundenen Kosten aufgeklärt werden. Berchtold räumte ein, dass unter seinen Bürgermeister-Kollegen zwar keine einhellige Meinung zum Thema Nationalpark bestehe, die Mehrheit aber auf seiner Seite sei.

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