Pressemitteilung zu den Aktionen der Umweltverbände gegen eine fortwirtschaftliche Maßnahme des FB Ebrach

Der Verein „Unser Steigerwald“ ist sehr verwundert über die Aktionen des Bund Naturschutz und anderer Umweltverbände gegen die Aufnahme der Forstnutzung im Ebracher Forst. Der Aktionismus der letzten Woche ist gnadenlos überzogen, entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit. Offenbar sollen in der Öffentlichkeit Vorurteile gegen eine ökologische hochwertige Waldbewirtschaftung erzeugt werden.

Im Jahr 2014 hatte der damalige Bamberger Landrat Dr. Denzler diesen Bereich völlig rechtswidrig aus der Nutzung genommen. Folgerichtig wurde von der Regierung von Oberfranken diese Verordnung wieder aufgehoben.
Im Rechtsstreit, den der Bund Naturschutz in den Jahren 2016 und 2017 dagegen führte, haben sowohl das bayerische oberste Verwaltungsgericht wie das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass die vom Landkreis erlassene Verordnung über den Hohen Buchenen Wald von Anfang an rechtswidrig und die Rücknahme durch die Regierung von Oberfranken korrekt war.
Der Bund Naturschutz hat dadurch eine für ihn empfindliche Niederlage erlitten, die er offensichtlich bis heute nicht verkraftet hat.
Gleichzeitig kündigte er unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, dass er weiter dagegen vorgehen wolle. Es ist schon ein fragliches Demokratieverständnis, das sich diese Organisation in einem Rechtsstaat anmaßt.

Gleichzeitig wurde vom Gericht auch festgestellt, dass das ausgewiesene Schutzgebiet sich in keiner Weise von den umliegenden Wäldern unterscheidet, dass es ein ganz normaler Wirtschaftswald ist. Dies ist auch für jeden Besucher deutlich sichtbar.
Der Ebracher Forst wird seit mehr als tausend Jahren nachweislich forstlich genutzt, am intensivsten während der Zeit der Zisterzienser, die dort Mittelwaldwirtschaft betrieben und bestes Eichenholz nach Holland verkauft haben. Es ist völlig absurd hier von einem außergewöhnlichen Wald zu sprechen, wie dies vom Bund Naturschutz nun verbreitet wird.
Wenn der Bund Naturschutz jetzt die Nutzung der „dicken Bäume“ heftig anprangert, dann ist das reine Stimmungsmache.

Der Forstbetrieb Ebrach betreibt nachweislich eine hervorragende und nachhaltige Forstbewirtschaftung auf hohem ökologischen Niveau. In einer freiwilligen Selbstverpflichtung hat der Forstbetrieb festgelegt, Bäume mit einem Durchmesser von über 80 cm als sog. „Methusalembäume“ nicht mehr zu nutzen. Über 1.200 Hektar sind in Form vieler kleiner Trittsteinflächen dauerhaft aus der Nutzung genommen, selbstverständlich auch im Ebracher Forst.
Damit sowie mit vielen anderen Maßnahmen soll auch die Biodiversität in den Wäldern des nördlichen Steigerwaldes verbessert werden.
Wenn nun noch gefordert wird, auch Bäume mit 60 cm stehen zu lassen, dann kann die Waldbewirtschaftung eingestellt werden, was offensichtlich von einigen Umweltverbänden wie dem Landesbund für Vogelschutz auch beabsichtigt ist.
Gerade die vielen Laubholzsägewerke, sowie die Holzverarbeitungsbetriebe der Region brauchen auch starkes Holz für ihre Produktion. Aus Buchen- und Eichenholz werden sehr hochwertige Landhausdielen und Möbel für unser tägliches Leben gefertigt. Wenn den Laubholzsägern im Steigerwald die Rohstoffquelle vor der Haustür entzogen wird, können sie nicht mehr existieren und viele Arbeitsplätze in der Region stünden auf der Kippe.
Der Bund Naturschutz und auch die Öffentlichkeit wurden vom Forstbetrieb über die Aufnahme und den Umfang der geplanten sehr behutsamen Nutzung informiert. Gleichzeitig wurde allen ein Maßnahmenpapier überreicht, in dem der Umfang der geplanten Hiebmaßnahmen in diesem Bereich dargestellt wurde.
Das jetzige Verhalten der Umweltverbände ist deshalb unverständlich, die Panikmache deplatziert. Sie wären gut beraten, verbal abzurüsten und zu einem sachlichen Dialog zurückzukehren.
Es geht den Umweltverbänden in Wirklichkeit nicht um die forstwirtschaftliche Maßnahme, sondern um einen neuen Versuch einen Nationalpark im Steigerwald durchzusetzen.