Im nördlichen Steigerwald soll ein Nationalpark entstehen und zwar im Reg. Bezirk Oberfr. mit ca.1/3 und Unterfr. mit ca. 2/3 der angestrebten Fläche von 11000 ha.
Um den vielen kleinen privaten Waldbesitzern und Körperschaften die Angst um die weitere ökonomisch/ökologische Nutzung ihres Waldes zu nehmen, erklären die Befürworter unisono, dass grundsätzlich nur Flächen des Staatsforstes zur Einrichtung benötigt würden.

Blickt man jedoch auf die Landkarte, so erkennt man sofort, dass hier der Steigerwald stark zergliedert ist. So trennt z.B. das Tal der Rauhen Ebrach mit seinen Dörfern und seiner landwirtschaftlichen Nutzung den Staatsforst komplett in zwei Teile.
In diesem Gebiet liegen ferner eine große Zahl auch kleinster Privatwälder. Alleine die 10 Größten haben zusammen eine Fläche von 2400 ha. Davon liegt mit seinen 800 ha der gemeinsame Bürgerwald von Gerolzhofen und Dingolshausen mitten in der Kernzone.

Unstrittig ist, dass aufgrund der verheerenden Folgen im Nationalpark Bayerischer Wald, wo auch viele Privatwälder den Schädlingen zu Opfer fielen, um jeden noch so kleinen Privatwald eine Schutzzone mit einer Breite von 500 m auf dem Gebiet des Nationalparks eingerichtet werden müsste. Die verbleibende Fläche für einen Nationalpark wäre ein „Fleckerlteppich“ mit kaum mehr als 6000 ha. Dieser würde weder den ökologischen Zielen eines Nationalparks gerecht, noch die erforderliche Größe von 11000 ha erreichen.

Wegen dieser Waldbesitzstruktur kann hier kein großflächiges Schutzgebiet entstehen.
Es ist ökologisch viel sinnvoller den Steigerwald auf seiner gesamten Fläche, unter Einbeziehung der Fachbehörden und dem Bund Naturschutz, mit einem besitzübergreifenden Todholz- und Biotopkonzept zu vernetzen.
Den Befürwortern eines Nationalparks sind diese Strukturen natürlich auch bekannt. Wie jedoch eine einigermaßen zusammenhängende Fläche geschaffen werden könnte, etwa durch Tausch, Kauf oder gar Enteignung, darüber bleiben die Antworten aus.

Aufgrund der aufgezeigten Zergliederung passt in den Steigerwald kein Nationalpark.

Unser Wald, soll bleiben so wie er ist, nämlich ein wunderbarer überall zugänglicher Naturpark.

Werner Ach
Stadtrat
Stadt Gerolzhofen

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