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FREIE WÄHLER: Weltnaturerbe Steigerwald ist eine Mogelpackung
Fahn: Mehr Tourismusförderung statt Schutzgebietsdebatte im Steigerwald
München. Die von der Staatskanzlei und den Landräten veröffentlichte Willensbekundung, per Antrag den Steigerwald zum Weltnaturerbe zu befördern, ist aus Sicht der Freien Wähler eher eine temporäre Beruhigungspille für die Region. Dr. Hans Jürgen Fahn, MdL der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion: „Wie lange diese Pille wirkt, ist fraglich. Denn eine Anerkennung als Welterbe setzt in aller Regel die vorausgehende Ausweisung als Nationalpark voraus. Ist dies noch nicht der Fall, so könnte nach der zu erwartenden Ablehnung durch die UNESCO der Druck der Nationalparkfreunde noch größer werden und deren Forderung nach einem Nationalpark Steigerwald Unterstützung bekommen. Dann haben die Nationalparkbefürworter eine Ablehnungsbegründung – zusammen mit einem geforderten Maßnahmenkatalog von der UNESCO – in der Hand.“ Darin, so Fahn weiter, werde zu lesen sein, dass zuerst Schutzmaßnahmen, wie üblich in einem Nationalpark, nachzuweisen sind.
Die von der Staatskanzlei erhoffte Befriedung werde also höchstwahrscheinlich nicht lange andauern, denn die Gegner des Nationalparks würden diesen Trick ziemlich sicher durchschauen und erneut auf die Barrikaden gehen. Fahn: „Die Freien Wähler fordern deshalb noch einmal ausdrücklich, im Steigerwald nichts gegen den Willen der dort ansässigen Bürger zu unternehmen. Es wurde schon genug Porzellan zerbrochen. Die Zeit für einen Nationalpark oder ein Weltnaturerbe ist erst dann reif, wenn die Bürger dies wünschen. Daher fordern wir im Rahmen von Informationsveranstaltungen einen intensiven Dialog der Staatsregierung mit der Bevölkerung.“ Fahn sagt zu der aktuellen Debatte weiter, dass es vor allem darauf ankomme, sich für eine vernünftige nachhaltige Bewirtschaftung auszusprechen. Die „reine Ökologie“ werde im Steigerwald jetzt schon beachtet – wie zum Beispiel durch das Trittsteinkonzept, also vernetzte, kleinflächige Zonen ohne Bewirtschaftung.
Die Freien Wähler forderten seitens der Staatsregierung mehr Geld für die Tourismusförderung im Steigerwald, denn dem Wanderer sei es egal, ob der Baum, den er sieht, ein „normaler Baum“ oder ein „Schutzgebietsbaum“ sei, so Fahn. „Ein Schutzgebiet bringt nicht zwingend einen Mehrwert für den Tourismus – viel wichtiger sind ein hervorragender Service für die Touristen und eine gute Öffentlichkeitsarbeit für den Steigerwald.“ Hier sei unter anderem die Tourismusabteilung des bayerischen Wirtschaftsministeriums gefordert.
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Von Brunn begrüßt Weltnaturerbe-Plan für den Steigerwald
SPD-Umweltpolitiker vermisst aber klare Aussage zum Schutzgebiet „Hoher Buchener Wald im Ebracher Forst“
Der SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn begrüßt, dass der Naturpark Steigerwald Unesco-Weltnaturerbe werden soll. Allerdings hält der Abgeordnete die heute nach der Kabinettssitzung getroffenen Aussagen zu den Schutzzielen für den Naturpark für nicht ausreichend: „Leider erfahren wir nichts darüber, wie es mit dem von der Staatsregierung bisher bekämpften Herzstück des Steigerwalds, dem „Hohen Buchenen Wald im Ebracher Forst“ weitergehen soll. Ich fordere die Beteiligten auf, konkrete Maßnahmen zu benennen. Die Menschen vor Ort lassen sich nicht mehr mit unklaren Aussagen abspeisen.“
Die Pläne für einen Nationalpark Franken möchte von Brunn anders als die Staatsregierung nicht beerdigen. Eine Machbarkeitsstudie soll hier Klarheit bringen. Ein Nationalpark wäre aus der Sicht des Umweltpolitikers eine hervorragende Chance für einen naturverträglichen Tourismus in der Region. „Die CSU befindet sich auf dem Holzweg, wenn sie die Chancen für eine naturverträgliche touristische Entwicklung im Steigerwald verspielt“, erklärt von Brunn.
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