Dem Verein „Unser Steigerwald“ wurde ein aufschlussreicher, zusammenfassender Beitrag eines Mitglieds zugesandt.

Er beinhaltet u.a. Einblicke „hinter die Kulissen“, eine Untersuchung einseitiger Medienberichte, sowie vieler Propagandalügen der Nationalparkbefürworter.


Soll der „Nationalpark Steigerwald“ durch einseitige Stimmungsmache durchgesetzt werden?

„Der Nationalpark kommt, weil wir die Presse hinter uns haben“. So äußerte sich ein Vorstandsmitglied des Vereins „Nationalpark Nordsteigerwald“ gegenüber einem Mitglied des Vereins „Unser Steigerwald“, der die Nationalparkgegner vertritt, anlässlich einer Tagung des BN am 12./13.09.2014 in Ebrach.
Ein größeres Armutszeugnis könnte man sich Seitens des Vereins nicht ausstellen, bedeutet es doch, dass man keine Argumente hat, sondern darauf hofft, dass die Presse das Vorhaben Errichtung eines „Nationalpark Steigerwald“ unterstützt.

Bedauerlicherweise ist das vor allem bei einer einseitig ausgerichteten überregionalen Presse der Fall, die sich aus unserer Sicht oft kritiklos auf die Seite der Umweltverbände schlägt.
In diesem Zusammenhang ist z.B. das Magazin „Prisma“ zu erwähnen, dessen Artikel „Raubbau an Fränkischem Naturerbe“ (Prisma 96/2014) gelinde gesagt, wohl nicht auf der Basis sauberer journalistischer Arbeit basiert, sondern eher der Kategorie „Sensationsjournalismus“ zuzuordnen ist. Unter den visuellen Medien ist die Sendung „quer“ zu erwähnen, deren tendenziöse Berichterstattung sich auch durch kabarettistische Einlagen nicht verbergen lässt.

Die selbsternannten „Naturschützer“ sind überglücklich, dass es ihnen gelingt, auf Knopfdruck Medienkampagnen zu initiieren, wobei natürlich auch gerne in Kauf genommen wird, dass von ihnen oft auch Falschinformationen verbreitet werden, wenn es der eigenen Sache dient.
Die Realität verzerrende Bilder über den Steigerwald oder zeitlich versetzte oder nicht veröffentlichte Leserbriefe, Wegschneiden oder Verunglimpfung von andersdenkenden Einzelpersonen, sind nur einige Werkzeuge der Vorgehensweise mancher Medien.

Besonders verwerflich wird die Angelegenheit, wenn bereits widerlegte Falschaussagen weiterhin veröffentlicht werden. (Wie z.B. im oben stehenden Beitrag beschrieben.)
Bedauerlicherweise wird teilweise auch in der regionalen Presse in Online-Umfragen versucht, Abstimmungen herbeizuführen, bei denen durch die Formulierung der Fragen das gewünschte Ergebnis schon vorher feststeht.
Eine Meinungsbefragung auf elektronischem Weg ist dabei wegen der Anonymität der Befragten wenig zielführend, vor allem, weil man dadurch nur wenige Menschen im Steigerwald erreicht.

Völlig absurd wird es, wenn versucht wird daraus eine Stimmung für oder gegen einen Nationalpark abzuleiten.

Diese Medienkampagnen erfolgen aus unserer Sicht vor allem vor dem Hintergrund, ein einseitiges Bild in der Öffentlichkeit zu konstruieren, um damit Druck auf die politischen Entscheidungsträger auszuüben.

Wenn ein Redakteur im FT eine Trendwende („Die Stimmung dreht sich“) herbeireden möchte, so sollte er auch die Fairness besitzen, die letzte aktuelle, sehr detaillierte Forsa-Umfrage anzusprechen, die an Eindeutigkeit gegen die Ausweisung eines Nationalparks Steigerwald (68%) der betroffenen Bürger nichts zu wünschen übrig lässt (Ergebnis ist unter www.unser-steigerwald.de nachzulesen). Dass dieses eindeutige Ergebnis trotz der seit Jahren laufenden, aus unserer Sicht oft einseitigen Berichterstattung zustande kam, untermauert erst recht die breite Ablehnung der Bevölkerung in der Steigerwaldregion gegenüber einem Nationalpark, wobei neben der Meinung der Bevölkerung auch sachgerechterweise hinterfragt werden muss, ob denn der Steigerwald überhaupt dieses einzigartige Waldgebiet in Deutschland ist.
Vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) wurde dieser Redakteur 2011 mit dem Medienpreis geehrt. In der Laudatio lobte der ehemalige LBV-Vorsitzende Sothmann dessen „fachlich fundierte“ Berichterstattung und hob dessen „aufklärenden, kenntnisreichen und fairen“ Journalismus hervor. Der Leser möge entscheiden, in welcher Absicht das wohl geschah.

Großen Wert hat dieser Redakteur darauf verwendet, den neu gegründeten Verein „Nationalpark Nordsteigerwald“ als ein vom Bund Naturschutz unabhängiges Organ zu verkaufen. Es bedarf keines intensiven Studiums, der „Berichterstattung“, um zu erkennen, dass hier nur vor Ort ein Sprachrohr des Bundes Naturschutz eingerichtet wurde, finden sich doch die altbekannten „Argumente“ aus der Mottenkiste des Bundes Naturschutz im Sprachgebrauch der neuen Organisation wieder.
Sogar die Prospektverteilung des BN erfolgt teilweise über diesen Verein. Nach unseren Informationen wird durch Funktionäre des BN sogar versucht Mitglieder für den Verein zu gewinnen. So viel zur „Unabhängigkeit“ des Vereins.
Zur arroganten Äußerung des Ex-Landrates Denzler, der neu gegründete Verein würde „intellektuell“ dem Konkurrenten „Unser Steigerwald“ sowieso haushoch überlegen sein“, bedarf es keines weiteren Kommentares.
Denzler sollte wissen, dass sich zumindest die Mitglieder des „Vereins Unser Steigerwald“ nicht als Hinterwäldler abfertigen lassen, wie es auch schon die vom Bund Naturschutz initiierte „Steigerman-Aktion“ zu Beginn der Nationalparkdiskussion zum Ziel hatte.

Ein besonders dreistes Stück eines Redakteurs ist der Bericht über eine Demonstration des neuen Vereins „Nationalpark Nordsteigerwald“ anlässlich des Besuches von Ministerpräsident Seehofer bei der Mittelstandsunion in Bamberg. Er bezeichnete dies als gelungenen „Überraschungscoup“ des neu gegründeten Vereins, verschweigt aber, wer der eigentliche Initiator der Veranstaltung ist. Er sollte der Öffentlichkeit fairerweise auch sagen, dass die Information dazu von seinem Hause ausging. Der Kommentar eines anderen Mitarbeiters zu Eröffnung des Steigerwaldzentrums in Handthal „Auf dem Holzweg“ belegt die teilweise tendenziöse Berichterstattung des Fränkischen Tages. Somit wird versucht, ein architektonisch gelungenes Bauwerk, in dem u.a. in ansprechender und sachlich richtiger Form die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Steigerwald dargelegt und Besonderheiten der Region hervorgehoben werden, schlecht zu reden, nachdem es bereits im Vorfeld schon von einem BN Funktionär als „Motorsägenmuseum“ abgekanzelt wurde, was von willigen Redakteuren eifrig weiter verbreitet wurde.

Sehr zum Ärger der Gegner erfreut sich dieses Haus eines unerwartet hohen Zuspruches!
Vielleicht berichtet der FT gelegentlich auch einmal darüber, dass die Planer dieses Zentrums mittlerweile in Bayern und in Berlin für ihre hervorragende Arbeit ausgezeichnet wurden.

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Ist der Wirbel um den Steigerwald überhaupt berechtigt?

Der Steigerwald stünde wohl kaum so im Mittelpunkt heftiger Diskussionen, wenn es nicht den ehemaligen Leiter des Forstamtes Erbrach Dr. Georg Sperber gäbe, dessen Selbstdarstellungsbedürfnis, sein Drang zur Provokation sowie sein Sendungsbewusstsein in Sachen Waldnaturschutz sich wie ein roter Faden durch seinen beruflichen Werdegang ziehen.
Insider lassen sich jedoch nicht blenden, wenn er sich heute, als Retter der Buchenwälder aufspielt, gibt es doch viele Zeitzeugen, die z.T. noch bei ihm ihre forstliche Ausbildung „genossen“, die massive Nutzungen von Buchen, insbesondere auch von Altbuchenbeständen live miterleben mussten. Als „Buchenschlächter“, um in der Diktion des Bundes Naturschutz zu bleiben, müsste sich heute ein Forstmann bezeichnen lassen, wenn er Gleiches tun würde. Das Bild des vom Bund Naturschutz und o.g. Medien so hoch gehandelten „Ökologen“ Sperber bekommt weitere Kratzer, wenn der Öffentlichkeit gesagt wird, dass das Forstamt Ebrach unter seiner Leitung unter den unterfränkischen Ämtern einen Spitzenplatz bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln eingenommen hat.

Sperber widerlegt sich selbst, wenn er 1989 im Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt zum Thema „Forstwirtschaft und Naturschutz“ schreibt: „Die trostlose Lage des flächenhaften Naturschutzes in der Bundesrepublik Deutschland lässt neuerdings Tendenzen vor allem im amtlichen Naturschutz aufkommen, naturnahe Waldbestände in sehr erheblichem Umfang aus der Nutzung herauszunehmen und als Reservate auszuscheiden.
Dabei wird verkannt, dass aus globaler Sicht es eine vorrangige Naturschutzaufgabe sein wird, in unseren Wäldern möglichst viel von dem nachwachsenden, vielseitig verwendbaren Rohstoff und Energieträger Holz zu produzieren. Deutschland ist ein Holzimportland mit bescheidener Selbstversorgungsrate. Würden Waldflächen in erheblichem Ausmaß aus der Nutzung herausgenommen werden, würde unser Holzimportbedarf entsprechend steigen ……“.
Weiter heißt es: „Gelänge es dem Naturschutz, in unseren Wäldern eine naturgemäße, naturfreundliche Wirtschaftsweise auf ganzer Fläche zusammen mit den Waldbesitzern und den Forstleuten durchzusetzen, dann würden die übergeordneten Ziele des Umweltschutzes ebenso wie die unmittelbaren Belange des Biotop- und Artenschutzes wirkungsvoller umgesetzt werden, als dies durch weitere, selbst großflächige Reservierungen möglich wäre“.
Liest man diesen Text, müsste Sperber der größte Nationalparkgegner, aber auch der größte Befürworter der bayerischen Forstpolitik sein, die einen flächenhaften, integrativen Naturschutz bereits umsetzt.
Sein Widerstand gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, der bei jeder Waldführung zum Ausdruck kommt, hat seine ganze Energie für die Verwirklichung eines Nationalparks geweckt. Sperber ist einer der  Strippenzieher im Hintergrund in Sachen Nationalpark. Er informiert die Medien, die offensichtlich ungeprüft seine Infos als Dogma übernehmen, und ist Informant für den Bund Naturschutz und die staatliche Naturschutzverwaltung auf Bundes- und Landesebene.

Einen aus Versehen gefällten Biotopbaum oder eine aus Verkehrssicherungsgründen gefällte Buche nutzt er beispielsweise sehr zur Freude der Medien, Kampagnen gegen den Forstbetrieb Ebrach zu starten, als würde der Untergang der Buchenwälder kurz bevorstehen.
Auch ein Herr Sperber müsste die neuen Daten der Forstinventur kennen, in denen nachgewiesen ist, dass sich der Anteil der alten Buchen in den letzten 10 Jahren beträchtlich erhöht hat.
Vielleicht will er dies nicht zur Kenntnis nehmen, weil dies erst nach seiner Zeit als verantwortlicher Leiter des Forstamtes Ebrach geschah.

Die massive Kritik an der vorbildlichen Arbeit der aktiven Förster durch die Führung der Naturschutzszene, sowie auch eine oft einseitige Berichterstattung führten dazu, dass sich eine Gruppe von seriösen Wissenschaftlern, Waldbesitzern, Grundbesitzern und Förstern unlängst im sog. „Schmerber Manifest“ (www.faun-iwi.de/) zusammengeschlossen hat und für den Weg des „integrativen Naturschutzes“ kämpft. Sie sind nicht mehr bereit, eine Zweiteilung der Gesellschaft in die „Schützer“ („die Guten“) und die „Nützer“ („die Bösen“) zu akzeptieren, zumal es die Leistungen der „Nützer“ waren, die die Waldbilder geschaffen haben, die die „Schützer“ nun unter Schutz stellen wollen. Selbst dem außen stehenden  Leser dürfte bei der ganzen Steigerwalddiskussion auffallen, dass es längst nicht mehr um den Schutz eines nicht schutzbedürftigen Waldes geht, sondern um Selbstdarstellung, Macht und Einfluss.

Fragwürdig ist besonders die Rolle, die der ehemalige Bamberger Landrat Dr. Denzler in Sachen Nationalpark spielt.

Sein „Herzblut“ hänge am Steigerwald, so stellt er es zumindest mit einer vor Emotionen belegten Stimme in der Sendung „quer“ vom 05.06.2014 dem Zuschauer dar. Gleichzeitig wirft er dem Forstbetrieb Ebrach wider besseren Wissens das Abholzen alter Buchenwälder vor, verbreitet das Gerücht, „dass die ältesten Buchen bald Geschichte sind“ und unterstellt dem Forstbetrieb, er würde „gezielt Biotopbäume fällen“.

Da auch Denzler genaue Informationen hat, ist es umso verwerflicher, wenn er trotzdem solche Unwahrheiten verbreitet.
Für den Wald hatte er während seiner Dienstzeit als Landrat nichts übrig, wie zumindest unmittelbar in seinem Umfeld Tätige regelmäßig berichten. Erst durch die Diskussion um einen Nationalpark, aus der er sich politisches Kapital für seine bevorstehende Wahl 2008 erhoffte, war der Steigerwald plötzlich interessant.
Bei der Diskussion um einen BMW-Standort im Bamberger Raum hatte er nichts anderes vorzuschlagen als einen Großkahlschlag im Bannwald. Es ist verständlich, dass er nach dem erdrutschartigen Stimmenverlust (23 %) bei seiner letzten Landratskandidatur, der trotz der stets wohlwollenden Berichterstattung des „Fränkischen Tages“ nicht zu verhindern war, nach einem Ablenkmanöver suchte, das er mit der abgekupferten Idee von der Realisierung eines Weltnaturerbes Steigerwald glaubt gefunden zu haben. Wehners (FT) verzweifelter Versuch ihn in die Märtyrerrolle zu stecken, wenn er von Auftritten spricht, die er nur unter Polizeischutz durchführen konnte, läuft ins Leere. Befragt nach konkreten Beispielen musste der Ex-Landrat leider, hochrot, erzürnt, passen.

In der Zeitschrift GEO vom 10.10.2014 wird Ex-Landrat Denzler wie folgt zitiert:
„Der Kreistag zu Bamberg hat nahezu einstimmig den Landrat beauftragt „die Potentiale des Steigerwalds zu fördern und die Voraussetzungen für die Anerkennung als Weltnaturerbe zu schaffen“. Diese Aussage, mit der Denzler seit Erlass dieser Verordnung regelmäßig durch die Medien geht, ist schlichtweg falsch. Richtig ist, dass in der Kreistagssitzung vom 20.12.2010 beschlossen wurde: „Die Verwaltung wird beauftragt……Möglichkeiten auszuloten und zu entwickeln, wie die Potentiale des Steigerwaldes gefördert und die Voraussetzungen für die Bewerbung als Weltnaturerbe erfüllt werden können“. Es hatte also lediglich die Verwaltung vom Kreistag einen Prüfauftrag bekommen, aber der Landrat hatte keinen Auftrag ein Schutzgebiet auszuweisen. Der von Wehner im Zusammenhang mit der mysteriösen Ausweisung des Schutzgebietes „Hohe Buchener Wald“ als „findiger Jurist“ und „listiger Landrat“ hochgejubelte Ex-Landrat muss zur Kenntnis nehmen, dass man ein Schutzgebiet nicht ausweisen kann, weil man eines braucht, sondern weil zumindest ein Schutzgut vorhanden sein muss und dieses zusätzlich noch einer Gefährdung ausgesetzt sein muss. Beide Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Der Forstbetrieb Ebrach hat in einer sehr fundierten und bis ins Detail begründeten Stellungnahme festgestellt, dass das von Denzler ausgewiesene Gebiet nichts an ökologischen Besonderheiten zu bieten hat. Auch entspricht der Schutzgebietstatbestand „geschützter Landschaftsbestandteil“ nicht dem Sinn des Gesetzes, und der gesamte Steigerwald ist bereits nach EU-Recht über das „Natura 2000“ Gebietsnetz geschützt. Das verbietet eine Verschlechterung des Ist-Zustandes lässt aber bei Bedarf Verbesserungen zu.

Denzler, dessen Verwaltung nach eigenen Angaben über ein ganzes Jahr an dieser Verordnung gearbeitet hat, hat damit nicht nur die gesamte staatliche Naturschutzverwaltung, die auf allen Ebenen im Hintergrund tatkräftig bei der Abfassung der Verordnung mitgewirkt hat, missbraucht, sondern sein Vorgehen hat auch zu der wohl einmaligen Situation geführt, dass eine Staatsverwaltung, hier die Naturschutzverwaltung,  gegen die eigene Staatsregierung gearbeitet hat.
Eine Flächenstilllegung, wie sie die Denzlersche Schutzgebietsverordnung vorsieht, lehnen sowohl die „Bayer. Bioversitätsstrategie“ als auch der „Waldpakt von Bayern“ ab, und auch Ministerpräsident Seehofer hat dies bei seinem Besuch in Tretzendorf im April letzten Jahres eindeutig bestätigt.
Sogar in Insiderkreisen wird das Vorgehen Denzlers als „Rechtsbeugung“ bezeichnet.
Das selbstherrliche Auftreten der Umweltverwaltung geht leider weiter. So hat man der neuen Umweltministerin Scharf in einem Pressestatement vom 18.11.2014, also bereits einen Tag nach dem Spitzengespräch der drei Landräte sowie Vertretern der beiden Ministerien Umwelt und Land- und Forstwirtschaft mit MP Seehofer folgendes Gesprächsergebnis vorformuliert: „Wir wollen im Steigerwald das erste Weltnaturerbe in Bayern.
Ausreichend für dessen Ausweisung wäre auch ein Biosphärenreservat oder ein Naturschutzgebiet. Das Trittsteinkonzept der Staatsforsten allein reicht hierfür nicht aus, ist aber wichtiger Bestandteil.“

Diese Vorgehensweise der Beamten des Umweltministeriums ist provozierend, denn das Ergebnis der Besprechung mit Ministerpräsident Seehofer sieht sowohl die Prüfung eines Weltkultur- wie auch Weltnaturerbes vor. Das hierfür erforderliche Schutzkonzept ist ausschließlich auf der Basis eines erweiterten Trittsteinkonzeptes zu entwickeln. Weder ist von einer Ausweisung eines Biosphärenreservates noch eines Naturschutzgebietes die Rede!!

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Schmerzliche Wahrheiten!

Im Gewirr von Täuschung, Halbwahrheiten und gezielten Falschinformationen rutscht leicht eine Information nach außen, die besser geheim gehalten worden wäre. So ist Tom Konopka einem Funktionär des Bundes Naturschutz, die Äußerung entfallen: „Im ganzen Forstbetrieb Ebrach (ca. 17 000 ha, Anmerkung der Verfasser) gibt es nur noch 20-25 ha solcher Altbuchenwälder mit einem Alter über 200 bzw. 250 Jahren, die seit Jahrzehnten nutzungsfrei sind“. Der Leser soll wissen, dass es sich dabei um die Kernzonen der 6 Naturwaldreservate im Steigerwald handelt, die zum Teil schon vor der Nationalparkdiskussion ausgewiesen worden waren und in denen seitdem keine „Sägen mehr kreischen“. Konkret heißt dies, dass diese 25 ha noch auf 6 Teilflächen zu verteilen wären, die sich wie ein Fleckenteppich, den man mit der Lupe suchen muss, auf den Steigerwald verteilen. Die Bilder von den wenigen dicken Buchen, vor denen sich Denzler und Sperber regelmäßig in den o.g. Medien ablichten lassen, stammen aus diesen Naturwaldreservaten. Der Öffentlichkeit wird also seit Jahren vorgegaukelt, dass der ganze Steigerwald so beschaffen ist. Wenn die neue Umweltministerin Frau Scharf anlässlich eines Besuches beim BBV bekannt gibt, dass die bereits bestehenden 5 „Weltnaturerbe Buchenwälder“ in Deutschland eine Fläche zwischen 256 und 1.500 ha einnehmen, so kann ein Weltnaturerbe Steigerwald mit seinen max. 25 ha verteilt auf 6 Teilparzellen, wobei im Reservat „Brunnstube“ schon erhebliche Teile vom Sturm geworfen sind (siehe www.unser-steigerwald.de), nur ein Flop werden.

Insofern gilt es, die Entscheidungsträger für die Ausweisung eines Weltnaturerbes auf diesen geplanten Etikettenschwindel hinzuweisen, um eine Blamage zu verhindern, denn erfahrungsgemäß wird die „Naturschutzszene“ auf allen denkbaren Ebenen versuchen diese in ihrem Sinne zu beeinflussen, um ein Weltnaturerbe als Einstiegsszenario für einen Nationalpark zu verwirklichen.

Ähnlich ist es mit dem im Steigerwald vorkommenden Artenspektrum. Auch hier gibt der sog. Naturschutz zu, dass die Naturwaldreservate insbesondere das Reservat „Waldhaus“ zu den am besten untersuchten Gebieten in Deutschland zählen. Verständlich, dass hierbei insbesondere, wenn man moderne Untersuchungsmethoden anwendet, viele Arten gefunden werden. Eine Täuschung ist es allerdings, wenn man in der Öffentlichkeit es so darstellt, als würde der gesamte Steigerwald mit diesem Artenspektrum gesegnet sein, um ein Schutzbedürfnis konstruieren zu können. Andererseits mehren sich die Untersuchungen, dass sich je nach Waldtyp das Artenspektrum von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern nicht von dem in Totalschutzgebieten gefundenen unterscheidet, die allerdings viele Funktionen des Waldes nicht erfüllen können. Für den sog. Naturschutz muss es peinlich sein, wenn vor Kurzem erst im Steigerwald, wohlgemerkt außerhalb der Naturwaldreservate und auch fernab von irgendwelchen Verbindungskorridoren, die man gerne großzügig ausweist, um großflächige Schutzgebiete zu bekommen, also im normal bewirtschafteten Wald, sog. Urwaldreliktarten gefunden wurden, die dort nach der Lehre des Naturschutzes gar nicht vorkommen dürften. Diese Befunde passen den Naturschutzfunktionären nicht, denn mit Hilfe der o.g. Medien und dem Totschlagargument eines weltweiten Artenrückgangs will man der Öffentlichkeit weitere Schutzgebietsausweisungen unterschieben, obwohl auf den konkreten Fall Steigerwald bezogen keinerlei Anlass besteht. Insbesondere die vorbildliche Waldbewirtschaftung des Forstbetriebes Ebrach ist das falsche Objekt, das sich der Naturschutz offensichtlich zu Ehren von Herrn Sperber ausgesucht hat. Die dort praktizierte, naturnahe Forstwirtschaft, die bundesweit Anerkennung findet, steht in keiner Weise den Forderungen, die die von der EU für den ganzen Steigerwald bereits ausgesprochene Schutzkategorie „Natura 2000“ beinhaltet, nach, und trotz aller Propaganda wird es sich nicht verbergen lassen, dass es ökologisch wertvollere Gebiete in Bayern gibt als den Steigerwald.

Der Naturschutz und die einschlägige „Berichterstattung“ berufen sich gerne darauf, dass in der sog. Biodiversitätsstrategie des Bundes 5 % der Waldfläche bzw. 10 % der Staatswaldfläche eines Landes jeweils stillzulegen wären. Abgesehen davon, dass es keine fachliche Begründung für diese fixen Prozentzahlen gibt, ist es Bayern gelungen auch im letzten Koalitionsvertrag auf Bundesebene festzulegen, dass die Länder jeweils ihren eigenen Weg gehen können, die Biodiversitätsstrategie umzusetzen. In Bayern geht man den Weg des „integrativen Naturschutzes“, d.h. man bewirtschaftet alle Wälder so, dass auch die Belange des Naturschutzes gebührend berücksichtigt werden.

Weiterhin wird in o.g. Medien behauptet, im Steigerwald gäbe es 300 Jahre alte Buchen. Auch dies ist längst widerlegt, vielmehr muss man sich um den Fortbestand der alten Buchen eher Sorge machen, denn die Natur hält sich nicht an die Vorgaben des Naturschutzes und verwirklicht durch Windwurf ihr eigenes Konzept.

Seit Jahren wird die Öffentlichkeit auch mit der Behauptung getäuscht, dass im Steigerwald bevorzugt alte Buchen genutzt werden. Richtig ist, dass der Buchenanteil generell in Deutschland steigt und auch im Steigerwald. Dies wurde durch die erst vor kurzem veröffentlichte Bundeswaldinventur bzw. der betriebsinternen Inventur auch bestätigt. Richtig ist auch, dass der Anteil älterer Buchen (> 60 cm Durchmesser) im Steigerwald deutlich gestiegen ist; er hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt! Falsch ist die Behauptung, dass die Buchenwälder Ebrachs einzigartig seien. Richtig ist, dass im Betrieb Ebrach ca. 6.500 ha Buche vorkommen, in Bayern sind es knapp 300.000 ha, in Deutschland ungefähr 1,6 Mio. ha Buchen. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage eines Angestellten verständlich, der in einem Kommentar schrieb, dass die Buchenwälder im Steigerwald „so schutzbedürftig sind wie ein Reisfeld in China“. Leider wird der Öffentlichkeit vorenthalten, dass die Baumart Buche wegen ihrer Schattenverträglichkeit ein enormes Verdrängungspotential insbesondere für Lichtbaumarten hat, so dass es ohne menschliche Eingriffe nicht gelingt, Mischbestände herzustellen. Im oben zitierten Bericht aus der Zeitschrift GEO wird ein Waldbild abgedruckt, das den für ein Großschutzgebiet vorgesehenen Teil des Steigerwaldes als geschlossenes Waldgebiet darstellen soll. Auch diese Aufnahme verzerrt bewusst die Situation im Steigerwald, denn dieser ist durch zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Flächen und durch viele Privat- und Kommunalwälder in mehrere Teile zerstückelt und keineswegs zusammenhängend, wie einem Blick auf eine Landkarte und noch deutlicher auf eine Waldbesitzartenkarte zu entnehmen ist.

Die Öffentlichkeit wird darüber hinaus mit der Falschaussage konfrontiert, dass der Steigerwald aus Gewinnmaximierungsgründen der Bayer. Staatsforsten ausgeplündert wird.
Richtig ist, dass die Holzvorräte allein in den letzten 6 Jahren um 260.000 m³ angestiegen sind; richtig ist auch, dass die Planung für die nächsten 10 Jahre eine Nutzung vorsieht, die deutlich unter dem Zuwachs liegt, d.h. konkret, dass pro Jahr 40.000 m³ Holz nicht genutzt werden, obwohl sie zuwachsen. Ebenso falsch ist die Behauptung, Holz aus dem Steigerwald geht nach China und Russland. Von den 103.000 m³ Holz, die die jährliche Planung zur Nutzung vorsieht, verbleiben jährlich 19.500 m³ als sog. Totholz im Wald liegen, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Die restlichen etwa 80.000 m³ bleiben zu 60 % in der unmittelbaren Steigerwaldregion, die restlichen 40 % innerhalb Nordbayerns. Lediglich etwa 2.000-2.500 m³ minderwertigen Buchenholzes werden nach Österreich in ein dort bestehendes Werk zur Herstellung von Viskose transportiert. Von Bedeutung ist auch, was ebenfalls vom Naturschutz gerne verschwiegen wird, dass jährlich fast 20.000 m³ Brennholz in der Region verbleiben. Dieses Holz geht an ungefähr 2.500 Brennholzkunden aus der Region und reicht bei weitem nicht aus. Angesichts dieser Zahlen zeigt sich, wie scheinheilig die medial hochgespielte Diskussion vor zwei Jahren war, als es um die Frage ging, ob der Forstbetrieb Ebrach 106.000 oder 103.000 m³ Holz pro Jahr nutzt, obwohl 140.000 nachwachsen.

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Das Tourismusmärchen des Bund Naturschutz

Es gehört viel Arroganz dazu, wenn der sog. Naturschutz vorgibt, sich um die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes Sorgen zu machen, rühmen sich doch dessen Funktionäre regelmäßig damit, welche
Infrastruktureinrichtungen sie unter dem Deckmantel des Artenschutzes wieder verhindert haben.
Um einen Nationalpark durchzusetzen braucht der Naturschutz Verbündete vor Ort. Selbst der Reporter Günter Flegel hat in einem Bericht (FT vom 04.01.2011) zu diesem Thema festgestellt: „Der Bund Naturschutz zog die letzte Karte aus dem Ärmel und versuchte in der Region damit zu punkten, dass er den Nationalpark quasi als Konjunkturprogramm anpries. Unglaubwürdiger haben Naturschützer sich und ihre Idee wohl nur selten verkauft. Warum? Ein Nationalpark wird nicht eingerichtet, um den Tourismus und die Wirtschaft zu fördern“. Weiter heißt es: „Natur alleine zieht nicht mehr im multimedialen Zeitalter, der Besucher erwartet einen „Event“. Das können die noch so alten und noch so schönen Buchen im Steigerwald nicht bieten und seltene Käfer und Pilze sind für Experten interessant, nicht aber für Ottonormalverbraucher. Der wandert durch den Steigerwald, kehrt ein und freut sich an der Natur. Ob die Nationalpark heißt, ist ihm egal“ … „Der Steigerwald wird nicht besser, wenn er offensiv für den Tourismus erschlossen wird und für die Menschen im Steigerwald nicht lebenswerter“.
Dem ist von unserer Seite nichts hinzu zu fügen.

Darüber hinaus ist längst belegt, dass insbesondere in älteren Nationalparken, dazu gehört auch der Nationalpark Bayerischer Wald oder Nationalpark im Harz die Besucher deutlich zurück gehen. Dies wird der Öffentlichkeit regelmäßig verschwiegen. Denn bei der Vielzahl (16 Stück, einschließlich des gerade beschlossenen Hunsrück-Nationalparks) der bereits bestehenden Nationalparke fällt das Alleinstellungsmerkmal längst weg. Die Situation wird noch angespannter, denn insbesondere die rot-grün regierten Bundesländer überbieten sich derzeit gegenseitig mit der Ausweisung von Nationalparken trotz fachlicher Gegenargumente.

Die Massenware Nationalpark kann eine Region sicherlich nicht stärken. Da helfen auch die schön gefärbten Kalkulationen eines Prof. Job nicht, der dem jährlichen Aufwand von mind. 10 Mio. für den Nationalpark Bayerischer Wald Einnahmen von 13. Mio. durch den Tourismus gegenüberstellt. Ganz davon abgesehen, dass seine Berechnungsmethode von Dr. Manfred Steinröx und Prof. Dr. W. Tzschupke (HZB v. 02.08.2013) zerpflückt wurde, erleiden insbesondere die älteren Nationalparkregionen einen massiven Besucherrückgang.

In der Bayer. Staatszeitung findet sich ein Artikel von Melanie Bäumel mit der Überschrift „Kampf dem Besucherrückgang, immer weniger Menschen wollen Urlaub im Bayerwald machen“ und von Hannes Burger im Bayernkurier „Die rote Laterne“. Im letztgenannten Artikel wird neben dem Verlust von Arbeitsplätzen und Wegzug der jungen Leute festgestellt: „hinzu kommt, dass in Bayern der Tourismus boomt, aber im Bayerischen Wald, einem der schönsten Urlaubsgebiete des Freistaates, trotz Nationalpark und offener Grenzen nach Böhmen die Übernachtungszahlen ständig zurückgehen. Eine jährliche Durchschnittsauslastung von 25-30 % ist für viele Betriebe existenzgefährdend“. Obwohl es unbestritten sein dürfte, dass die Attraktivität der Bayerwaldregion aufgrund ihrer naturräumlichen Ausstattung dem Steigerwald überlegen ist, lässt sich leicht vorstellen, wohin der Steigerwald abdriften würde, wenn man gewachsene Erwerbsstrukturen zerstört und auf Tourismus hofft. Auch das Bundesamt für Naturschutz reiht in einer Studie „Übernachtungsentwicklung in Regionen deutscher Nationalparke (2006-2011)“ die Region Bayerischer Wald in die Kategorie „Übernachtungsverlust, massiver Marktanteilverlust“ ein, ebenso die Nationalparke Harz und Berchtesgaden. Der Bayer. Oberste

Rechnungshof spricht in einem Prüfbericht über den Nationalpark Bayerischer Wald (Nordbayerische Nachrichten vom 28.03.2012) von Rangern, die auf Staatskosten einen ruhigen Dienst schieben, einem defizitären Jugendwaldheim, einer unnötigen Übernahme finanzieller Risiken beim Betrieb eines Baumwipfelpfades und von verschwundenen Millioneneinnahmen aus den anfallenden Borkenkäferholzverkäufen. Zwar hat man versucht durch Besuchermagneten, wie einem Baumwipfelpfad oder ein Schaugehege, die man räumlich so gelegt hat, dass die Besucher noch dem Nationalpark zugerechnet werden, den massiven Besuchereinbruch zu vertuschen, jedoch haben auch diese Objekte keine nachhaltige Wirkung auf die Tourismusbelebung. Es lässt sich eindeutig belegen, dass die Gemeinden des Bayer. Waldes deutlich höher verschuldet sind als die Steigerwaldgemeinden (siehe unter www.unser-steigerwald.de).

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Vernichtung von Staatseigentum!

Auch das Bayerische Umweltministerium vermeldet gerne diese Zahlen von Prof. Job, müsste allerdings wissen, dass neben den hohen Zuwendungen von mind. 10 Mio. noch mind. weitere 6 Mio. an Defiziten jährlich dazu kommen, die durch die verbotene Holznutzung und den zerstörten Wald entstehen, ganz zu schweigen von der Zerstörung (der BN spricht von „Rückbau“ bzw. „Renaturierung“) des für viele Millionen gebauten Wegenetzes, um die Besucher auf wenige Waldpfade zu kanalisieren.

Viel schlimmer als die ökonomische Katastrophe ist die ökologische Katastrophe, die sich auch durch die in letzter Zeit sich häufenden schön gefärbten Berichte über unseren „wilden Wald“ nicht vertuschen lassen. Denn gerade das, was der Bund Naturschutz den Förstern vorwirft, nämlich den Einsatz von „waldvernichtenden Großmaschinen“ oder die Durchführung von Großkahlschlägen ist im Nationalpark Bayer. Wald praktiziert worden, um u.a. eine Schutzzone gegenüber den angrenzenden Privatwäldern zu schaffen. Auch der vom sog. Naturschutz ständig geforderte Erhalt älterer Wälder ist im Bayer. Wald sträflichst missachtet worden, denn der Borkenkäfer hat selbst uralte Hochlagenbestände vernichtet. Dass im Zuge dieser Borkenkäferkalamität, die man leicht hätte verhindern können, auch die Wasserqualität durch ein massives Ansteigen der Nitratwerte (im Sickerwasser unter den Altbeständen) periodisch verschlechtert worden ist, wird auch gerne unterschlagen, ganz davon zu schweigen, dass ein toter Wald kein Kohlendioxyd aus der Atmosphäre binden kann. Weil der sich mit enormer zeitlicher Verzögerung und sicherlich nicht auf der ganzen Fläche wieder einstellende Wald vorwiegend von der Baumart Fichte geprägt sein wird, ist die nächste Katastrophe schon vorprogrammiert, denn wir haben es mit aggressiven Borkenkäferpopulationen zu tun, die sowohl junge als auch ältere Bestände vernichten, und mit der Erweiterung der „Naturzone“ (wo der Käfer nicht bekämpft werden darf) auf ein willkommenes Fraßgebiet stoßen. Was dieses Schauspiel noch mit Naturschutz zu tun hat, fragen sich viele Kritiker zumal das angestrebte Label „Wildnisgebiet“ in keinem Verhältnis zum entstandenen Schaden steht. Deswegen ist auch nach 40 Jahren Nationalpark Bayer. Wald noch keine Ruhe in der Region eingekehrt.

Weitere Ziele eines Nationalparks sind Forschung und Bildung. Hierzu ist festzuhalten, dass wir bereits 5 Buchennationalparke in Deutschland haben, und in Bayern gibt es noch 45 Naturwaldreservate, in denen die Baumart Buche vorherrscht, 160 sind es insgesamt über ganz Bayern verteilt. Somit haben wir eine ausreichende Möglichkeit Forschung zu betreiben bzw. Interessierten das Bild eines sich selbst überlassenen Waldes vorzuführen. Die Sehnsucht nach mehr Waldwildnis, eine Kampagne, die derzeit der Bund Naturschutz betreibt, um durch die Hintertüre weitere Schutzgebiete auszuweisen, kann daher im Freistaat Bayern voll und ganz gestillt werden, falls jemand überhaupt Interesse hat, eine Wildnis live zu erleben, vor allem, wenn man nicht nur das geschönte Bild einer solchen medial verbreitet.

Das Thema Klimawandel passt dem Naturschutz in der gegenwärtigen Diskussion um den Steigerwald aus mehreren Gründen nicht. Zum einen, weil wir unsere Wälder aktiv umbauen müssen, zum anderen, weil ein sich selbst überlassener Wald eine negative CO2-Bilanz aufweist und nicht zuletzt, weil wir mit neuen Schädlingen konfrontiert werden. Auch die Waldstrukturen im Steigerwald sind keineswegs so optimal, dass man den Wald sich selbst überlassen könnte. Das ökologisch und ökonomisch notwendige Mischbestandsziel kann nur durch aktives forstliches Handeln erreicht werden, wobei insbesondere die natürliche Dominanz der Buche zugunsten wichtiger Begleitbaumarten geregelt werden muss. Dass uns die Erwärmung verbunden mit sommerlicher Trockenheit und der zunehmenden Sturmgefahr ein neues komplexes Gefährdungspotential durch biotische und abiotische Schädlinge bringt, auch für die Laubwälder, zeichnet sich bereits jetzt ab. Eingeschleppte aggressive Laubholzschädlinge, wie Asiatischer Laubholzbockkäfer, Citrusbockkäfer im süddeutschen Raum, eine Buchenkomplexkrankheit im norddeutschen Raum, Auftreten des Buchenborkenkäfers in Unterfranken, Buchenprachtkäfer, Eichenprozessions- und Schwammspinner, alle stehen Gewehr bei Fuß. Insofern müssen Forstschutzmaßnahmen ergriffen werden können, was in Totalschutzgebieten verboten ist. Der in seiner Ökobilanz einmalige und unschlagbare Rohstoff Holz kann seine positive Wirkung auf den CO2-Haushalt nur entfalten, wenn er auch nachhaltig genutzt wird. Als Energieträger ist er CO2-neutral, ersetzt aber fossile Brennstoffe, die viel CO2 erzeugen. Als Baustoff bindet er CO2 während der gesamten Lebensdauer des Holzproduktes. Seine größte positive Wirkung entfaltet er, wenn er andere Baustoffe mit einer wesentlich schlechteren CO2-Bilanz ersetzt. Gerade dieser letztere Effekt der Holznutzung wird vom sog. Naturschutz gerne verschwiegen. Prof. Röder von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bringt es in einem Vortrag „Der Holzweg – ein entscheidender Beitrag zur Lösung unseres CO2-Problemes“ auf den Punkt. Nur die nachhaltige Nutzung des Zuwachses dient optimal dem Klimaschutz. Eine deutliche Steigerung der Holznutzung v.a. in stärkeren Beständen (die weniger Zuwachs leisten) sollte deshalb angestrebt werden. Unbewirtschaftete Wälder führen schnell zu einer CO2-Balance und leisten dann keinen positiven Beitrag mehr zur CO2-Bilanz. Prof. Ammer von der Uni Göttingen stellt fest, dass Klimaschutz und Prozessschutz, wie er in einem Totalschutzgebiet stattfindet, konkurrierende Ziele sind.

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Der Bayerische Weg des Wald-Naturschutzes = Garant für ein Erfolgsmodell

Der Weg, den Bayern geht ist der sog. „integrative Waldnaturschutz“, d.h. Naturschutzmaßnahmen werden in die normale Forstbewirtschaftung integriert. „Schützen und nützen“ heißt das Schlagwort. Es wird das Ziel verfolgt, in allen Wäldern Bayerns, wenn auch mit unterschiedlichen Intensitäten in den einzelnen Besitzarten Naturschutzmaßnahmen bei der normalen Waldbewirtschaftung zu berücksichtigen und nicht hier Totalschutz und auf der anderen Seite eine intensive naturschutzferne Waldbewirtschaftung. Obwohl die Grundsätze der naturnahen Waldwirtschaft erst seit ca. ¼ eines Bestandeslebens (ca. 30 Jahre) angewandt werden, sind die Erfolge überraschend, insbesondere wenn man die Langfristigkeit der Prozesse im Wald berücksichtigt und wenn vergleichbare Untersuchungsintensitäten, wie in Totalschutzgebieten bislang noch nicht angewandt wurden. Die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse der Bundeswaldinventur zeigen bei allen naturschutzfachlich interessanten Parametern, wie Laubholzanteil, Anteil der alten Wälder, Totholzanteile eine deutlich positive Tendenz. Auch das Bundesamt für Naturschutz bescheinigt speziell den deutschen Buchenwäldern eine gute Verfassung.

Das in der Umsetzungsphase und in den laufenden Forstbetrieb integrierte Naturschutzkonzept im Staatswald des Steigerwaldes hat nicht nur für Bayern sondern auch weit darüber hinaus richtungsweisende Funktion, was die Berücksichtigung berechtigter naturschutzfachlicher Belange im Rahmen der Waldbewirtschaftung anbelangt. Dieses Modellprojekt darf weder durch die Ausweisung weiterer Schutzgebiete, ganz gleich welcher Größe, wie sie der Naturschutz fordert, gefährdet werden.

Das Projekt ermöglicht die Sicherstellung aller Waldfunktionen, wie sie die einschlägigen Gesetze fordern und nicht die Umsetzung eines „Luxusnaturschutzes“, um den Willen einiger weniger Ideologen zu entsprechen. Denn bei der Steigerwalddiskussion geht es längst nicht mehr um Naturschutz, sondern darum, wer künftig im Wald das Sagen hat, diejenigen, die die Wälder geformt haben und um deren weitere Funktionsfähigkeit bemüht sind, oder die, die sich an einem risikobehafteten Anschauungsobjekt ergötzen.

Die Politik ist gut beraten, die zu unterstützen, die eine durch den prognostizierten Klimawandel ausgelöste Mammutaufgabe, nämlich den Waldumbau zu bewältigen haben, das sind Waldbesitzer und Förster. Sie sollte sich auch nicht von der „Salamitaktik“ einer vom Bund Naturschutz gesteuerten Naturschutzverwaltung, die über zunächst harmlose Schutzgebietsverordnungen den Totalzugriff schrittweise sicherstellen will, täuschen lassen. Denn kein Schutzgebiet ist jemals kleiner bzw. die Verbote geringer geworden. Die vor kurzem durchgeführten Erweiterungen im Biosphärenreservat Rhön oder die Vorgänge im Bayerischen Wald sind ein aktuelles Beispiel. Das Vertrauen in Versprechungen des sog. Naturschutzes ist durch dessen selbstherrlichen Auftreten und den Erfahrungen aus der Vergangenheit längst verloren gegangen.

In Bayern gibt es sicherlich Gebiete, die strukturschwächer sind als der Steigerwald. Eine strukturelle Stärkung der Region kann nur durch Einbindung aller Besonderheiten und Eigentümlichkeiten der Region erreicht werden, wobei der Wald nur in Form eines bewirtschafteten Waldes einen Beitrag zur Stärkung der Region bringen kann.

Wenn man überhaupt den Welterbestatus weiterverfolgt, dann nur in Form eines Weltkulturerbes auf der Basis eines interdisziplinären Ansatzes, wie ihn die Idee einer Nachhaltigkeitsregion in sich birgt.
Das „Trittsteinkonzept“ des FB Ebrach könnte hier eine gute Grundlage sein.
Das wäre ein Weg, den auch die Steigerwälder mitgehen könnten.“